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Affinity vs. Adobe

Es ist nun wirklich an der Zeit etwas zu sagen, denn meiner Meinung nach sind die Tage von Adobes Monopol endlich gezählt. Alles schien gut zu laufen bis CS6. Ja, die Updates kamen ein bisschen oft und nach CS4 war eigentlich kaum eine Funktion dabei die ich benutzt habe. Aber gut, so ist es nunmal der Fortschritt. Irgendwas muss es ja geben. Die UI wurde schöner und das allein war ein Grund für ein Update.

Ein paar Sachen wurden allerdings nie in Angriff genommen. 64000% Zoomstufe im Illustrator? Und weiter geht's nicht? Warum? Das ist doch irgendwie ein CAD Programm, oder?

Vielen macht das nichts aus, ich allerdings muss bei fast jedem Projekt 10x vergrößern um weiter arbeiten zu können. Nur um das Gestaltete nachher wieder um das 10x zu verkleinern.

Als nächstes wäre da die Berechnung der eigentlichen Kurven zu erwähnen. Während Fontlab, Glyphs und Affinity es schaffen auf Anhieb runde Vektoren zu produzieren, kämpft Illustrator damit. Einen Vektorpunkt löschen? Klar. Aber berechnet er die Kurve möglichst Originalgetreu neu? Nein. Es gibt Ecken und Kanten und man darf immer schön nachjustieren.

Tatsächlich gehört es mittlerweile zu meinem Workflow Vektoren zwischen Programmen hin und her zu kopieren um wirklich schöne Kurven zu bekommen. Oder man benutzt Addons. Astute bieten sich dafür an.

Eine weitere Sache, die mir aufgefallen ist, ist das alle Adobe Programme Schriften unverhältnismäßig hart rendern. Mir ist auch keine Option aufgefallen, wo man das ändern kann. Als Vergleich habe ich mal einen Blindtext ausgespielt. Links mit Acrobat geöffnet, rechts mit der Mac Vorschau. Ein himmelweiter Unterschied. Persönlich finde ich den rechten Text wesentlich angenehmer zu lesen. Er entspricht auch viel mehr dem Druckbild wenn man den Text denn drucken würde.

Über Funktionen kann man ewig streiten und es ist nunmal Fakt, dass Adobe ein Monopol in den Geschäft hat. Man muss die Programme benutzen können, da führte bisher kein Weg daran vorbei. Im Gegensatz zu anderen Industrien, wie z.B. beim 3D Modelling, wo es eine Unzahl an Alternativen gibt (Blender, Rhino, Maya, Cinema4d, 3DsMax, SketchUp und Solidworx, nur um ein paar zu nennen) gab es bisher keine wirklich valide, professionelle Alternative.

Klar gibt es kostenfreie Alternativen wie Gimp und Inkspace, auch Coreldraw und QuarkXPress sind zu erwähnen. Nicht umsonst, dafür für professionelle Anwendung geeignet. Was bisher fehlte war ein Grund zu wechseln. Die Suite aus Photoshop, Illustrator und InDesign war perfekt angepasst an den Workflow, den Adobe uns gelehrt hat. Egal zu welcher Alternative man wechselte, etwas fehlte einem immer.

Und dann passierte es plötzlich: Adobe wechselte zu CC und verlangte monatliche Gebühren dafür, seine Daten aufmachen zu können. Der Aufschrei war groß, trotzdem wechselten die meisten von CS6 auf CC. "Was soll man denn tun?!" War die Aussage, die ich am öftesten hörte.

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Links Acrobat, Rechts Vorschau. Probiert es aus. Mit jeglicher Datei.

Links Acrobat, Rechts Vorschau. Probiert es aus. Mit jeglicher Datei.


Seit wenigen Wochen gibt es keine Ausrede mehr. Etwas besseres ist auf dem Markt. Affinity von Seriflabs hat ihre komplette Suite released. Affinity Designer ist schon länger auf dem Markt. War schon mehrfach App des Jahres. Eine Neuinterpretation des Illustrators. Die selben Shortcuts, aber ein anderes Gefühl. Frischer, mächtiger, nahtlos auf dem iPad arbeiten ist ebenfalls möglich. Aber man muss sich auf einen neuen Workflow einstellen. Damit habe ich noch eine harte Zeit. Als jemand der vom Shape-Maker-Tool lebt, kriege ich die Kurve noch nicht ganz. Aber ich arbeite dran.

Als nächstes gibt es Affinity Photo. Mir fällt kein Grund auf, wieso man statt dessen Photoshop benutzen sollte. Abgesehen vielleicht von vorgefertigten Smart-Objekt Mockup Vorlagen. Damit kommt Affinity Photo noch nicht gut klar.

Warum ich diesen Post schreibe ist der neueste Release. Affinity Publisher. Es ist die Neuinterpretation des Indesign. Schaut es euch an. Allein die Funktion, dass man ausgespielte PDFs als mehrseitige Layout Datei öffnen kann, hat meinen Kiefer auf der Tischplatte aufschlagen lassen.

Wenn man übrigens alle drei Programme hat, muss man nicht mehr zwischen den Programmen wechseln. Ihr kennt doch das Problem: Ihr macht ein Layout, das Bild muss freigestellt werden, also wechselt ihr ins Photoshop, stellt es frei und aktualisiert die Verknüpfungen. Jetzt nicht mehr. Ihr wechselt einfach die Wekzeugpalette und stellt direkt im Layout frei. Eine revolutionäre Veränderung des Workflows. Ich bin Affinity so dankbar, dass Sie neuen Wind auf den Markt bringen. Ach so, habe ich erwähnt, dass man die Programme einmalig kauft? Für bezahlbar?

Nein. Affinity sponsert diesen Post nicht. Aber dein Werkzeug beeinflusst deine Arbeit. Wieso also nicht mal das Werkzeug wechseln, dachte ich.

Was denkt ihr über die Affinity Suite?